in Zusammenarbeit mit dem Badehaus Maiersreuth e.V.
„Fick am Bach“ ist der historische Hausname eines alten Gebäudes in der Kolpingstraße 23 in Waldsassen (Landkreis Tirschenreuth). Das Gebäude steht an einem kleinen Bachlauf und zeichnet sich durch seine historische Bausubstanz aus.
Mit seiner fotografischen Arbeit „Knopfstadt“ widmet sich Max Korndörfer der Geschichte Bärnaus als einst bedeutendem Zentrum der Knopfherstellung. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts arbeiteten in mehr als 35 Knopffabriken zahlreiche Menschen an Knöpfen aus Perlmutt, Holz, Horn und später Kunststoff, die weltweit gehandelt wurden. Die damals einzige Knopffachschule Europas und die Internationale Knopf-Fachausstellung „IKNOFA“ verliehen der Stadt internationales Ansehen. Globale Marktveränderungen führten gegen Ende des 20. Jahrhunderts jedoch zum Niedergang der Branche.
Korndörfer dokumentiert seit 2021 die Spuren dieser Entwicklung in und um Bärnau. Archivbilder, Innen- und Außenaufnahmen ehemaliger Fabriken, Gegenstände und Stillleben verbinden sich zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Wachstum, Wandel und Verfall. Die Arbeit fragt zugleich danach, was von Industriegeschichte, Arbeitswelten und den Orten selbst bleibt. Eine Auswahl von „Knopfstadt“ war bereits 2023 im Rahmen der Paris Photo im Goethe-Institut Paris zu sehen; 2024 wurden Arbeiten für die Kunstsammlung des Bezirks Oberpfalz erworben. 2025 wurde die Arbeit erstmals regional in der Galerie Punktum im Deutschen Knopfmuseum Bärnau präsentiert.
Susanne Neumanns Arbeit „Weißes Gold“ richtet den Blick auf die Porzellanindustrie in Waldsassen. Zwischen 2006 und 2008 wurden sämtliche Gebäude der Porzellanfabrik Bareuther/Gareis abgerissen. Mit der 1866 gegründeten Fabrik verschwand eine der ältesten Porzellanfabriken Bayerns aus dem Stadtbild. Über rund 130 Jahre prägten Produktionshallen, Bürogebäude und Tunnelofenanlagen die Stadt – ebenso wie die Lebens- und Arbeitswelt zahlreicher Menschen, die vom Porzellan, dem „weißen Gold“, lebten. Während der Abrissarbeiten konnte Susanne Neumann zahlreiche Objekte und Dokumente aus den Fabrikgebäuden bergen. Dazu gehören unter anderem alte Pläne, Werbebroschüren, Notizhefte von Arbeiterinnen und Arbeitern, Produktionslisten, elektronische Geräte, Möbel, Formen und Gussmodelle. Rund zwölf Stunden Filmmaterial und etwa 2.000 Fotografien halten zudem den Zustand der Fabrikhallen kurz vor ihrem Verschwinden fest. In „Weißes Gold“ werden diese geretteten Zeugnisse zu einem künstlerischen Archiv einer verschwundenen Industriegeschichte.
Die Ausstellung eröffnet damit einen Dialog zwischen zwei Orten und zwei Materialien: dem Knopf als kleinem, alltäglichem Gebrauchsgegenstand und dem Porzellan als regionalem Kulturgut. Beide Arbeiten machen sichtbar, wie eng Industrie, Landschaft, Architektur und persönliche Erinnerungen miteinander verbunden sind.
Die Ausstellung wird finanziell unterstützt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie durch das Projekt VERBINDUNGSLINIEN des BBK Bayern.