Mühlschleif - ehemalige Polier

icon-pin
92709 Moosbach

Historische Stätten

Schon im 13. Jahrhundert wurde die Wasserkraft des Tröbesbachs im Hammergut Waltenrieth für handwerkliche Zwecke genutzt. Im Tal des Tröbesbachs wurden im 18. Jahrhundert frühere Mühlen und Eisenhämmer zu Glasschleifen und -polieren umgebaut. Wasserräder lieferten die Energie, um das aus den Glashütten angelieferte, sehr unebene Glas zuerst zu schleifen und dann zu polieren. Dann wurde es für die Spiegelherstellung weitertransportiert bis in den Westen Deutschlands. Die Blütezeit erlebte dieser Wirtschaftszweig in Bayern von circa 1850 bis 1890. Der Wanderer, der das Tal des Tröbesbachs von der Mündung in die Pfreimd her begeht, kam an folgenden ehemaligen Schleifen und Polierwerken vorbei: Pingermühle (auch Schleifmühle, seit 1562 auch Mahl- und Schneidmühle), Leinschlag (auch Ölschlag wegen der Gewinnung von Öl aus Leinsamen), Kemnitzerschleife (auch Weisgauerwerk genannt), Neubau (zur Kemnitzerschleife gehörendes ehemaliges Polier-werk), Burgschleife (auch Hanau genannt) und Mühlschleife. Es folgen noch die nicht mehr vorhandenen Schleifen Ober- und Unterwaltenrieth und das oben genannte Hammergut Waltenrieth, das noch erhalten ist.

Nun befindet sich der Wanderer vor der Mühlschleife, auch Niederlandschleife genannt. Im Volksmund ist es das Mühlwerk. Ihre Geschichte weist eine bewegte Vergangenheit auf. Die erste Erwähnung war im Jahr 1804 als Mühlschleif, mit der Hausnummer 8 zum Ort Niederland gehörig. Der erste uns bekannte Besitzer war Heinrich Irlbacher, der einen Bauantrag auf Errichtung einer Spiegelschleife stellte und dafür von der Churpfälzischen Landeskommission der Oberpfalz die Genehmigung bekam. Es folgten Sebastian Forster, Pächter Simon Hanauer und dann Georg Irlbacher, der Sohn von Heinrich Irlbacher. Im Lauf der nächsten Jahre erweiterte sich das Anwesen durch Zukauf etlicher landwirtschaftlicher Flächen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden auf dem Erbweg Wohnhaus und Schleifgebäude getrennt. Die Besitzer des Wohnhauses waren ab dieser Zeit Bäckermeister Karl Held, dann Sebastian und Maria Rappl, Josef und Maria Rappl und schließlich die Familie Greßmann aus Burgtreswitz. Im Jahr 1966 erwarben Franz und Maria Mühlbauer aus Weiden das Wohngebäude, im Jahr 2022 schließlich Familie Guttenberger aus Moosbach.

Wegen der fortschreitenden Technisierung waren in der Spiegelschleife erhebliche Investi-tionen nötig, die die Familie Irlbacher nicht mehr leisten konnte. Deshalb übernahmen 1864 Jakob und Babetta Königsberger das Schleifgebäude. Ab 1871 sind Carl Greßmann und Carl Schön als Besitzer aufgeführt. Im Jahr 1880 brannte das Mühlwerk völlig ab. Im Jahr darauf wurde der Plan für den Wiederaufbau genehmigt. Ab 1902 folgten Carl Schön und Katharina Greßmann und 1906 Karl Greßmann. Ab 1920 war Rosa Greßmann die Be-sitzerin, die 1929 die Arbeit im Polierwerk einstellen musste. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Schleife für die Stromerzeugung genutzt und war im Besitz der Familie Greßmann. Familie Guttenberger aus Moosbach kaufte im Jahr 2004 das Schleifgebäude und nutzt es seither für verschiedene Veranstaltungen wie Konzerte und Theateraufführungen, der Werkbach dient nach wie vor der Stromerzeugung.

icon-pin
Karte

Mühlschleif - ehemalige Polier

92709 Moosbach
icon-info Details

Infos einfach aufs Smartphone

Scanne dafür den QR-Code mit Deinem Smartphone ab oder tippe diesen Link in den Browser:
Autor

Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald

Organisation

Tourismuszentrum Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab