In einem der markantesten Bauwerke in Burglengenfeld ist auch die Tourist-Information untergebracht.
Wenige Jahrzehnte nach der Markterhebung von Burglengenfeld 1383 wurde um 1440 in Burglengenfeld ein Gebäude für die kommunale Verwaltung errichtet. Der Baumeister dieses "Gebäu des Marktes" ist unbekannt. Es wäre möglich, dass am gleichen Ort bereits Vorgängerbauten standen, die in den Neubau integriert wurden, da im westlichen Teil des Erdgeschosses Reste von spätromanischen Tonnengewölben aus dem 12./13. Jahrhundert noch heute vorhanden sind. Da sich 1573 die Bürger der Stadt über die Baufälligkeit des ursprünglichen Gebäudes beschwerten, begannen bald darauf umfassende Um- und Neubauarbeiten, mit denen ein repräsentativer Renaissancebau entstand. Als Architekt kann Leonard Greineisen aus Burglengenfeld benannt werden. Seine genauen Lebensdaten sind unbekannt, seine Schaffenszeit als Architekt lag jedoch am Ende des 16.Jahrhunderts. Das Rathaus war immer für Verwaltungszwecke genutzt und dementsprechend oft umgebaut worden. Nur noch wenige Spuren zeugen von der ursprünglichen Raumaufteilung und den wechselnden Raumfunktionen. Neben den bereits erwähnten Resten von spätromanischen Tonnengewölbe aus dem 12./13. Jahrhundert sind Fresken des 16. Jahrhunderts vor allem im Erdgeschoss des Altbaus (u.a. im heutigen Trauzimmer) erhalten. Im Rathausaltbau im Erdgeschoss (heutiges Bauamt) kann auch der sog. "Hochzeits-Altar" von dem Wiener Biedermeiermaler Mathias Ranftl (1805-1854) betrachtet werden, den der bayerische König Ludwig I. zu Ehren der Brautgeschenkestifterin Josefine von Lengenfeld-Pfalzheim anfertigen, aber von der Stadt bezahlen ließ.